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150. Geburtstag

Robert Bodewig


In der 120. Folge seiner Reihe "Lahnstein hat Geschichte" (im Rhein-Lahn-Kurier. - 2007, Nr. 48 vom 08.11.2007) erinnert Stadtarchivar Bernd Geil an den Namensgeber der Bodewigstraße

Vor 150 Jahren wurde Robert Bodewig geboren


Prof. Dr. Robert Bodewig wurde als Lehrer, Historiker und Archäologe in Lahnstein bekannt. Diese drei Schlagworte stehen als Untertitel zum zweibändigen Geschichtswerk „Bodewig", das der Lahnsteiner Altertumsverein herausgegeben hat und das die wichtigsten Schriften des Heimatforschers enthält. Geboren am 1. Dezember 1857 in Wermelskirchen-Belten (Kreis Lennep) als Sohn des Landmanns und Holzschneiders Hubert Bodewig und seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Schaumann arbeitete Robert Bodewig zunächst als Elementarlehrer in Remscheid. 1882 machte er sein Abitur und studierte sodann in Berlin und Münster. 1886 legte er seine Erste Lehramtsprüfung für Geschichte, Geographie, Latein und Griechisch ab. Im gleichen Jahr promovierte er zum Dr. phil. in Münster. 1887/88 arbeitete er als Lehrer an der Höheren Töchterschule in Unterbarmen und anschließend als Gründungsrektor der Höheren Knabenschule in Bünde. 1890 zog es ihn nach Oberlahnstein an das Realprogymnasium, wo er bis kurz vor seinem Tod 1923 als Oberlehrer unterrichtete. 1906 wurde ihm der Charakter als „Professor" verliehen.

Seine Freizeit widmete Robert Bodewig der Erforschung der Ortsgeschichte. Zunächst erforschte er die frühneuzeitliche Geschichte seiner neuen Wirkungsstätte und veröffentlichte drei Schriften zum 17. und 18. Jahrhundert in Beilagen zum Jahresprogramm der Schule. Anschließend intensivierte er die Wiederbelebung des 1880 gegründeten Lahnsteiner Altertumsvereins. Zunächst als Sekretär des Vereins, ab 1904 als dessen 1. Vorsitzender erforschte er die Vor- und Frühgeschichte der Region und setzte sich für den Bau eines Heimatmuseums ein.

Die Reichslimeskommission ernannte ihn 1897 zum ehrenamtlichen Streckenkommissar für den Limesabschnitt 2 (Bad Ems bis vor Holzhausen a.d.H.) sowie zum Straßenkommissar für den rückwärtigen Limesbereich zwischen Rheinbreitbach und Bad Schwalbach. Als solcher leitete die Ausgrabungen zur Erforschung des Römischen Limes und seiner Kastelle. Er entdeckte u. a. die Kastelle Heddesdorf, Marienfels und Hunzel, viele keltische Grabanlagen sowie römische Gehöfte und Villen im Kreis St. Goarshausen, in Koblenz und Boppard. In Niederlahnstein entdeckte er den Burgus, in Osterspai den Merkurtempel sowie im Stadtwald von Oberlahnstein und Braubach zahlreiche keltische Siedlungen. Die Ergebnisse der Ausgrabungen publizierte er hauptsächlich in den Fachzeitschriften „Der Obergermanisch - Rätische Limes des Römerreichs" (ORL), Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Nassauische Annalen, Archäologischer Anzeiger sowie in mehreren Korrespondenzblättern.

Die schriftlichen Quellen und die vorhandenen Bau- und Bodendenkmäler zu erhalten, macht sich Bodewig zur Lebensaufgabe. Er setzte sich zur Aufgabe, sie zu erforschen, zu beschreiben und vor weiterer Zerstörung zu bewahren. So setzte er sich, als beim Ausbau des Güterbahnhofs die spätmittelalterliche Wenzelskapelle abgerissen wurde, vehement für ihren versetzten Wiederaufbau neben der Bahntrasse ein.

Aus seinen Funden baute er zusammen mit den vorhandenen Stücken eine systematische Sammlung auf. Sie bildete den Grundstock der Sammlung des Lahnsteiner Altertumsvereins. 1914 errichtete der Verein mit Unterstützung von Stadt und Kreis das „Heimatmuseum für Oberlahnstein und den Kreis St. Goarshausen" in der heutigen Bodewigstraße. Das Museum wurde 1945 geschlossen. Einen Teil der Fundstücke zur Vor- und Frühgeschichte sind seit 1965 im Museum der Stadt Lahnstein im Hexenturm ausgestellt und im Rahmen der Stadtführungen zu besichtigen.

Robert Bodewig verstarb am 4. Dezember 1923 in Oberlahnstein. Die Stadt Lahnstein benannte die Oberlahnsteiner Lahnstraße 1969 nach ihm um. Auch die Stadt Koblenz würdigte ihn posthum, indem sie eine Stieleiche im Stadtwald Remstecken 1963 nach Bodewig benannte.

 
 
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