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Afghanistan

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Samstag, 26. Juni 2010

Fahrt zur Ausstellung
"Afghanistan - Gerettete Schätze
Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul"
in der Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes in Bonn

Erstmals in Deutschland präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle den legendären Nationalschatz Afghanistans, der wie durch ein Wunder Jahre des Bürgerkriegs und der Zerstörung überdauerte.





Fotos von der Homepage der kah bonn


Der Nationalschatz Afghanistans ist von unschätzbarem kunst- und kulturhistorischem Wert und allein schon deswegen legendär - vielmehr aber noch durch die Tatsache, dass der Schatz die Taliban-Herrschaft unbeschadet überdauern konnte. Mutige Mitarbeiter des Kabuler Nationalmuseums hatten Ende der 80er Jahre die wichtigsten Objekte versteckt. Erst Ende 2004 wurden die Tresore im Präsidentenpalast in Kabul geöffnet und die spektakulären Gold-, Silber- und Elfenbeingegenstände der Öffentlichkeit präsentiert. Erstmals sind sie in Deutschland in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn zu bestaunen - ein Grund für den Lahnsteiner Altertumsverein eine Fahrt dorthin zu unternehmen.

Die Funde stammen aus dem Königreich Baktrien, dessen Zivilisation sich ab 2000 v. Chr. im antiken Afghanistan an den Schnittstellen der Kulturen entlang der Seidenstraße entfaltete und so zum Schmelztiegel der unterschiedlichsten kulturellen Strömungen aus Ost und West wurde. Infolge des Alexanderfeldzugs um 330 v. Chr. zogen mehr und mehr Griechen und Makedonier in die antike Kulturlandschaft, wo sie die baktrische Hochkultur mitbegründeten. In der Ausstellung ist die Synthese der Kulturen sofort erkennbar. Bei den gezeigten Exponaten verschmelzen griechische, persische und indische Motive.
Aus dem bronzezeitlichen Tepe Fullol im antiken Baktrien (ca. 2000 v. Chr.) stammen filigran gearbeitete Gold- und Silberobjekte. Die Goldvasen zeigen eine raffinierte Ästhetik und unterstreichen die fundamentale Bedeutung, die Baktrien im Austausch zwischen dem Nahen Osten und Indien spielte.
Aus Ai Khanum
, einer von Alexander d. Gr. gegründeten Stadt, werden Zeugnisse der griechisch-hellenistischen Einflüsse am Rande der Steppe präsentiert. Die griechische Präsenz in Zentralasien war ein Grundstein der Entwicklung der Kunst und Geschichte im Süden des Hindukusch.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die imposanten Goldfunde aus den 6 Gräbern in Tillya Tepe
[Goldhügel] aus dem 1. Jh. n. Chr. Die Vielfalt und die außerordentliche Raffinesse des Schmuckes mit seinen gefassten Edelsteinen und den griechisch-römischen, indischen und sogar chinesischen Einflüssen liefern einen Beweis für den Kontakt mit den großen Kulturen der damaligen Welt.
Aus der gleichen Epoche stammen die großartigen Funde von Begram
, dem früheren „Alexandria des Kaukasus“. Kunstvoll gearbeitete Elfenbeinobjekte zeugen vom indischen Einfluss, zahlreiche Glasgefäße, Bronzen und Stuckmedaillons weisen griechische und römische Stilelemente auf.

Nach der Führung durch die Ausstellung und dem Mittagessen, gingen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein zweites Mal allein durch die Ausstellung, um sich in aller Ruhe von den Exponaten gefangen nehmen zu lassen. Auf der Rückfahrt dankte Vorsitzender Hans G. Kuhn ihnen dafür, dass ihr kulturelles Interesse auch über den lokalen und regionalen Tellerrand hinausgeht.

Mit den beiden nächsten Veranstaltungen wird sich der Verein jedoch wieder auf seine Wurzeln besinnen: Am Freitag, dem 30. Juli hält der Burgenhistoriker Alexander Thon M.A. einen Power-Point-Vortrag über „Burgen im Unteren Mittelrheintal“; eine Woche später wird er sie auf einer Schiffstour von Lahnstein bis Bad Godesberg und zurück anBord erläutern. Details unter www.lahnsteiner-altertumsverein.de
oder telefonisch beim Vorsitzenden unter 02621-3624.

 
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