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Exkursion 1

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Samstag, 18. Juni 2011

Exkursion

zum
Kölner Dom mit Dr. Carolin Wirtz, Köln

und zum
Rolandsbogen mit Prof. Kurt Roessler und Dr. Ansgar S. Klein, Bonn

Hier der Pressebericht aus dem Rhein-Lahn-Kurier vom 01. Juli 2011:

Kölns illegale Museumsbauten - Gefechtslärm um den Kölner Dom
„Rheinische Denkmäler des 19. Jahrhunderts“ ist das Jahresmotto des Lahnsteiner Altertumsvereins. Zur ersten Exkursion dieser Themenreihe konnte Vorsitzender Hans G. Kuhn die Teilnehmer in einem wie gewohnt vollbesetzten Bus begrüßen. Erstes Ziel war der Kölner Dom, dessen fast 400 Jahre alte Bauruine von den Preußen vollendet wurde. (Die Dombauhütte ist allerdings auch 130 Jahre später ständig mit Restaurierungen beschäftigt.) 1880 erfolgte in Anwesenheit des Kaisers die Einweihung. Ähnlich wie Schloss Stolzenfels erfolgte dies als eine Maßnahme, um die Antipathie gegen die protestantischen Preußen im katholischen Rheinland zu mildern.

Dr. Carolin Wirtz bei ihren Erläuterungen

Die Gruppe an der Ostseite des Doms

In Köln wurde die Lahnsteiner Exkursionsgruppe von Dr. Carolin Wirtz empfangen, die einige Wochen zuvor in der Hospitalkapelle einen Vortrag gehalten hatte zu einem Thema, das rund 120 Jahre nach der Vollendung des Dombaus aktuell ist: „Der Kölner Dom - Fertigstellung und Freistellung im 19. Jahrhundert“. Carolin Wirtz hatte die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit im Kölner Diözesanarchiv und im Archiv der Dombauverwaltung im Jahr 2009 in dem Buch „Dass die ganze Umgebung des Domes eine würdige Gestaltung erhalte : der Zentral-Dombau-Verein und die Freilegung des Kölner Domes (1882 - 1902)“. Dabei ging es um einen anscheinend vergessenen Vertrag zwischen der Stadt Köln und dem Zentral-Dombau-Verein, nach dem der Platz um den Dom von Bebauung hätte frei bleiben müssen. Carolin Wirtz erläuterte nun den Lahnsteiner Gästen vor Ort die ehemalige Bebauung, die Freistellung und die Verstöße gegen den Vertrag. Allerdings sind die „Bausünden“ unumkehrbar; so könnte z.B. das Römisch-Germanische Museum heute nicht mehr abgerissen werden, das in Hauptsache über dem zwischenzeitlich aufgefundenen Dionysos-Mosaik erbaut wurde. Nach dem Umgang um den Dom hatten die Teilnehmer eine knappe Stunde Gelegenheit, den Dom auf eigene Faust zu erkunden. Dabei war es z.T. nahezu abstoßend, in welchem Maße das Gotteshaus als Touristenattraktion missbraucht wird. Selbst bei den großartigen Kathedralen in Reims und Chartres, die die Reisegruppe des Altertumsvereins im September vorigen Jahres besucht hatten, war dieser Einruck weit weniger entstanden.

Schach-matt - der Aufstieg von der Bundesstraße zum Freigrath-Denkmal war nicht ganz leicht.

Die Gruppe vor dem Freiligrath-Denkmal

Das Mittagessen hatten Hans G. Kuhn und sein Stellvertreter Alexander Thon im Zuge einer Vorexkursion in einem sehr typischen Kölner Restaurant gebucht: Getränke, Speisen und Bedienung in der Brauereigaststätte „Zur Malzmühle“ sorgten nahezu für Begeisterung unter den Teilnehmern. Mit der Anrede als „Liebche“ oder „Leeve Jung“ durch den Köbes (Kölner Kellner) erfuhren sie auch ein Stück kölschen Brauchtums.
Nach dem Essen war Rolandseck das nächste Ziel. Hier wurde die Gruppe von Dr. Ansgar Klein erwartet, der im März in Lahnstein referiert hatte. Der nicht ganz unbeschwerliche Aufstieg von der Bundesstraße hinauf zum Rolandsbogen wurde auf halber Höhe am Freiligrath-Denkmal unterbrochen. Hier erläuterte Dr. Klein die Rolle, die der Dichter Ferdinand Freiligrath bei der Restaurierung des 1839 eingestürzten Rolandsbogens gespielt hatte. Durch seinen Spendenaufruf konnte der Rest der Burg Rolandseck schon 1840 wieder rekonstruiert werden. 1914 wurde er für seinen Einsatz mit dem Denkmal geehrt.

Prof. Kurt Roessler erläutert die einstige Burganlage;
links Dr. Ansgar Sebastian Klein

Der Rolandsbogen nicht mehr in Grün: Der Efeu ist entfernt worden und das Mauerwerk wurde neu verfugt.

Oben am Fuß der ehemaligen Burg aus der ersten Hälfte des 12. Jh. angelangt wurde die Lahnsteiner Exkursionsgruppe von Professor Kurt Roessler begrüßt, der sich dem Erhalt dieses geschichtsträchtigen Platzes verschrieben hat. Anhand einer Skizze erläuterte er die vorhandenen Baureste und gab anschließend bei Kaffee und Kuchen im Freiligrath-Saal einen bebilderten Überblick über die Geschichte der Burg. Höhepunkt war danach der Ausschank verschiedener Jahrgänge des Weines aus dem „Literarischen Weinberg“ am Fuße des Rolandsbogens, den Roessler seit 20 Jahren pflegt.  


Auf der Terasse erläutert Dr. Ansgar Sebastian Klein die Entstehung und die Restaurierung des Rolandsbogens

Kaffeetafel im Freiligrath-Saal: hervorragenden Apfelkuchen und Prof. Roesslers Riesling aus dem "Literarischen Weinberg" am Burghang.

Mit herzlichem Dank an die beiden Referenten endete der Besuch auf dem Rolandsbogen. Erst kurz vor Erreichen des Busses gab Petrus noch seinen feuchten Segen zu dieser rundum gelungenen Exkursion.
Wegen der starken Nachfrage wird die Exkursion am Samstag, dem 9. Juli, wiederholt. Im Bus sind noch etwa 10 Plätze frei. Interessenten melden sich beim Vorsitzenden Hans G. Kuhn (T: 02621-3624) oder unter info@lahnsteiner-altertumsverein.de.

Die Rhein-Lahn-Zeitung veröffentlichte im Sommer 2011 auf Sonderseiten Fotos von Ausflugs- bzw. Exkursionsgruppen. Am 19. Juli war auch die Exkursionsgruppe "Kölner Dom + Rolandsbogen" des Lahnsteiner Altertumsvereins darunter.

 
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