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Idilia Dubb > Rezensionen


Fachhochschule Köln - Institut für Informationswissenschaft - März 2003


Wen die Götter lieben...

von Nadine Otten


... den lassen sie jung sterben. So traurig die Tatsache, jung zu sterben auch ist, Idilia Dubb, ein im Jahre 1851 selbst erst siebzehnjähriges, schottisches Mädchen kann ihr auch etwas Tröstliches abgewinnen. Zumindest als sie auf einer Rheinreise mit ihrer Familie die Geschichte einer heldenhaften Holländerin hört, die im selben Alter starb. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, wie schnell das Schicksal auch bei einem jungen Menschen ihrer Zeit zuschlagen kann. Während der Schiffsreise auf dem Rhein erlebt sie so einiges Aufregendes, trifft viele Menschen, genießt die Landschaft und verliebt sich. Doch leider währt dieses Glück nicht allzu lange. Eines Tages steigt sie, in Erinnerung an schöne Stunden mit Christian, ihrem Geliebten, auf den Turm der Burg Lahneck und verlässt ihn nie wieder. Es werden elend lange Tage, in denen sie es, wie seit Beginn der Reise, nicht aufgibt, alle Erlebnisse in ihrem Tagebuch aufzuzeichnen; immer in der Annahme oder Hoffnung, es eines Tages ihrer nach Amerika ausgewanderten Freundin schicken zu können. Und nur deshalb können wir das Buch Das verschwundene Mädchen überhaupt lesen. Denn hierbei handelt es sich nicht etwa um einen fiktionalen Text, wie der Titel vermuten lässt, sondern um die wirklichen Tagebucheinträge der Idilia Dubb aus Edinburgh. Am Anfang des Buches hat man zuerst das Gefühl, ein trockenes Geschichtsbuch in der Hand zu halten, doch schon nach wenigen Seiten beginnen den Leser die Ereignisse in ihren Bann zu ziehen. Man erfährt nach und nach etwas über das Leben einer Jugendlichen im 19. Jahrhundert, das sich überraschenderweise nicht unbedingt von dem der heutigen Zeit unterscheiden lässt.

Die Autorin Genevieve Hill war eine von zwei Freundinnen Idilias. Nach dem Tod von deren Eltern bekam sie das Tagebuch und wollte es veröffentlichen, fand jedoch zunächst keinen Verleger. 1951 wurde es Eigentum einer privaten Stiftung, wo es erst 1995 wieder aufgefunden und veröffentlicht wurde.




 
 
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