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Glauberg + Bad Nauheim

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Exkursion am 26. August 2017

Keltenwelt auf dem Glauberg und nach Bad Nauheim


Zu seiner zweiten Exkursion in diesem Jahr hatte der Lahnsteiner Altertumsverein zu einer Exkursion zur Keltenwelt auf dem Glauberg und nach Bad Nauheim eingeladen. 45 TeilnehmerInnen konnte Vorsitzender Hans G. Kuhn im Bus begrüßen.


Am Hang des Glaubergs (ca. 60 km südöstlich von Wetzlar im Wetteraukreis bzw. ca. 30 km nordöstlich von Frankfurt) erwarteten die Lahnsteiner Gruppe Führungen durch die Außenanlage und das Museum.

Mit seiner beherrschenden Lage am Rand der fruchtbaren Ackerlandschaft der Wetterau war der Glauberg schon seit der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit vor rund 6.000 Jahren ein begehrtes Siedlungsgebiet. Bot doch der langestreckte Höhenrücken mit seinen teils steilen Abhängen eine relativ hohe Sicherheit. Dementsprechend hatten die Menschen bis ins Hochmittelalter dort oben ihre von einem Ringwall umschlossenen Siedlungen errichtet. Die Spuren waren bekannt und schon im 19. und dem Beginn des 20. Jh.s punktuell erforscht worden. Die fragwürdigen Geschichtsauffassung der Nationalsozialisten führte zu einer intensiven Grabung in den 30-er Jahren, doch gingen Funde und Grabungsdokumentation durch Beschuss im Zweiten Weltkrieg verloren.

Erst die technischen Methoden ausgangs des 20. Jh.s führten zu sensationellen Ergebnissen, die den Glauberg heute zu einer Pilgerstätte der Keltenforscher machte. Sogar in dem Buch des englisch-australischen Professors Vincent Megaw und seiner Frau Ruth über keltische Kunst sind die Funde vom Glauberg als hervorragend gewürdigt. Die beiden Wissenschaftler waren 2005 auch in Lahnstein, um einen von Prof. Bodewig im Lahnsteiner Stadtwald gefundenen bronzenen Armring für ihre Forschung in Augenschein zu nehmen und zu dokumentieren.

Der heute sichtbare Grabhügel (Durchmesser: 48 m; Höhe: 6 m) am Fuße des Glaubergs ist eine Rekonstruktion auf der Basis der Erkenntnisse der geomagnetischen Prospektion. Da die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens nicht sehr tiefgründig gewesen war, konnten im Boden eine Anlage von Gräben und drei Gräber entdeckt werden. Die zeitliche Zuordnung ergab das 6. und 5. Jh. v. Chr., als der Glauberg Sitz eines keltischen Fürsten war. In einem der Gräben fand sich eine 1,86 m hohe Sandsteinfigur, die man auf Grund seines Schmuckes, vor allem der Blattkrone, als die Statue eines Fürsten bezeichnet. Dieser Keltenfürst ist mittlerweile weltweit berühmt, da er einmalig ist, da die Statue bis auf die fehlenden Füße keine Beschädigungen aufweist. Zudem entspricht Halsring der Statue genau dem goldenen Halsring, den man im Fürstengrab gefunden hatte.

Nach diesen Erläuterungen im Gelände ging es ins Museum, in dem alle Funde ausgestellt sind mit den Herzstücken: Fürstenstatue, goldener Halsschmuck und bronzene Schnabelkanne. Die Gästeführerin erläuterte nicht ohne Stolz den Lahnsteiner Gästen alle Details.

Nach dem Mittagessen im nahegelegenen Altenstadt-Enzheim ging es – quasi auf der Heimfahrt – nach Bad Nauheim. Hier wurden die Lahnsteiner Gäste durch die rund 100 Jahre alte Bäderanlage geführt.

Sehr anspruchsvolle Jugendstilgebäude, die auch in ihren Innenhöfen im Stil dieser Kulturepoche gestaltet sind. Bei dieser Führung ging es in die diversen Badehäuser, in die man als Einzelgast keinen Zutritt hat.

Ein Badezimmer mit der noch originalen Badewanne ist einem prominenten Einwohner gewidmet: Elvis Presley, der als GI zeitweise in Bad Nauheim stationiert war.

Die Innenausstattung der Badehäser faszinierte mit Fenstern und Mosaiken an Wänden und Decken in feinstem Jugendstil.

Mit vielen nachhaltigen Eindrücken ging es in Richtung Lahnstein. Kurz vor Ankunft bedankte sich Vorsitzender Hans G. Kuhn beim Busfahrer für den sicheren Transport und wies auf die nächsten Veranstaltungen dieses Jahres hin:

Am Samstag, dem 14. Oktober, führt eine ganztätige Bus-Exkursion nach Speyer zur Ausstellung „König – Ritter – Gefangener : Richard Löwenherz". Am Freitag, dem 3. November, hält der Historiker Dr. Andreas Metzing, Leiter der Archivstelle der Rheinischen Landeskirche in Boppard, einen Vortrag über den Verlauf der Reformation in unserer Region. Zu beiden Veranstaltungen wird noch öffentlich eingeladen.

 
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