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Gründung

Vereinschronik > 1945-1983 > 1984-1999 > 1984

Hubertus Seibert fand 25 Mitstreiterinnen und Mitstreiter, so dass schon im Feburar 1984 die Vorbereitungen zur Gründungsversammlung stattfinden konnten.

 

Die Rhein-Zeitung schrieb am 17. Juli 1984:

Viele wollen wissen: Wie war es früher?
Altertumsverein wurde mit neuem Leben erfüllt

-rs- LAHNSTEIN. Nachdem der 1880 gegründete „Lahnsteiner Altertumsverein" mangels geeigneter Initiativen funktionslos blieb und auch widriger Umstände wegen kein Zuhause mehr hatte, soll nunmehr unter der Federführung von Dr. Fritz Nohr die langjährige Untätigkeit beendet werden. Es haben sich bislang 25 ernsthafte Interessenten dem Altertumsverein angeschlossen.

Wie man auch heute feststellen kann, haben die Menschen in Nachkriegsperioden zu dem Wissenwollen, was und wie es früher war, zurückgefunden. Man sieht es an den Ausstrahlungen der großen Museen, der Lebendigkeit der neuen Sammlungen, den aufklärenden historischen Darstellungen und den vielen Ausstellungen mit alten Bildern.
Der „Lahnsteiner Altertumsverein" will sich erneut in dieses Arbeitsgebiet einordnen und mithelfen, die lokale Geschichte aufzuarbeiten.
1880 hatte der Lahnsteiner Realgymnasiallehrer Zülch die Idee, einen Geschichtsverein zu gründen. Gymnasial-Professor Bodewig ergänzte um die Jahrhundertwende die rein geistesbildende Tätigkeit durch die Ausstellung der vielen im Lahnsteiner Raum gemachten Funde, hauptsächlich aus der keltischen, römischen und fränkischen Zeit. Er baute wegen dauerndem Raummangel im Jahre 1914 das „Bodewig-Museum" in der Lahnstraße als Orts- und Kreismuseum.
Nach seinem Tod im Jahre 1923 bemühten sich Studienrat Dr. Schöneberg und Fabrikant Dr. Lessing sowie Dr. Stähler als Museumsleiter um die Fortführung der begonnenen Arbeiten. Wie schon im 1. Weltkrieg, mußte auch während des letzten Krieges fast jegliche Forschung und Sammlung eingestellt werden. Vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen erhielt das Museumsgebäude zwei Artillerietreffer, die alsbald durch die Stadt behoben wurden. Dennoch konnte das Museum nicht mehr eröffnet werden, weil die Stadt Lahnstein - man weiß noch von der Raumnot - das Museum, welches in eine fiduziarische Stiftung umgewandelt worden war, in der Zeit von Bürgermeister Dr. Claus räumen ließ. Man plante, Behörden und Wohnungen vorübergehend dort unterzubringen. Die damaligen 130 Mitglieder haben sich verlaufen.
Die bedeutenden frühgeschichtlichen Sammlungen wurden ohne Lieferscheine ausgelagert. Die Stadtverwaltung und Stadtrat Knauf bemühten sich, die Sammlung zurückzuholen. Dabei stellte sich das Fehlen vieler Stücke heraus. Teile der Sammlung sind heute im Hexenturm und im Alten Rathaus ausgestellt. Im Bodewig-Museum selbst befindet sich eine Behörde [Anm. Kuhn. das Gesundheitsamt].
Von dem nicht eingetragenen „Lahnsteiner Altertumsverein" leben noch zwei Mitglieder. Sie drängten seit längerem auf eine Fortführung der früheren Zielsetzungen des Vereins. So hat sich der bislang nicht eingetragene Vereine eine, für den speziellen Zweck von Rechtsanwalt Dr. Jander erarbeitete Satzung geben und wird diesen als „Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V." eintragen lassen.
Für die Vereinsführung hat sich Dr. Fritz Nohr zur Verfügung gestellt. Weiterhin gehören zum Vorstand: Magister Hubert Seibert (in jüngster Zeit durch geschichtliche Darstellungen in der Rhein-Zeitung bekannt geworden), Rechtsanwalt Dr. Franz-Josef Jander, Frau Rolandy Schmidt und Frau Helga David. Als beratende Beisitzer fungieren: Frau Ingrid Barkhausen, Johannes Knauf, Studiendirektor Herbert Roth, Fabrikant Karris Elard Schmidt, Dr. Cornel Stähler und Dr. Willi Schwank.
Der Verein wünscht sich für seine zukünftigen Tätigkeiten viele weitere Mitglieder, die sich entweder für die Forschung und Wiedergabe heimischer Geschichte oder alternativ für die Ausflüge mit speziellen Führungen in die überreiche historische Umwelt (Burgen, Schlösser, historische Stätten, Ausgrabungen, Museen) interessieren. Wißbegierige aus allen Kreisen sind willkommen. Anrufe sind erbeten unter folgenden Lahnsteiner Rufnummern: 3167, 7332, 2326 und 7844.

Protokoll
über die Gründung des Lahnsteiner Altertumsvereins 1880 e.V., Lahnstein.

Heute, am 06. Juli 1984, um 20.00 Uhr in der Gaststätte „Alt Lahnstein", Schulstraße 5, 5420 Lahnstein, erschienen die aus der beigefügten Anwesenheitsliste ersichtlichen 25 Personen zur Beschlußfassung über die Gründung des Lahnsteiner Altertumsvereins 1880 e.V., Lahnstein. Den Erschienenen wurde von Herrn Dr. Fritz Nohr, Lahnstein, der Zweck der Versammlung im einzelnen erläutert.
Durch Zuruf wurde Herr Dr. Jander zum Versammlungsleiter und Herr Hubertus Seibert als Protokollführer gewählt; sie nahmen die Ämter an.
Sodann wurde von dem Versammlungsleiter folgende Tagesordnung vorgeschlagen:
Aussprache über die Gründung der neuen Satzung des Lahnsteiner Altertums-vereins 1880 e.V., Lahnstein
Beratung und Feststellung der Vereinssatzung
Wahl des Vorstandes
Verschiedenes
Gegen die Tagesordnung wurde kein Widerspruch erhoben.
Von dem Versammlungsleiter wurde die Geschichte des Lahnsteiner Altertumsvereins 1880 in Verbindung mit der von der Stadt Lahnstein verwalteten fiduziarischen Stiftung „Bodewig-Museum" geschildert. Auf das anliegende Redemanuskript wird vollinhaltlich Bezug genommen.
Der Satzungsentwurf war den Erschienenen mit der Einladung bereits zugegangen. Dieser Satzungsentwurf wurde mit den Anwesenden im einzelnen erörtert.
Der anliegenden Fassung der Satzung stimmten alle Anwesenden durch Handzeichen zu.
Daraufhin stellte der Versammlungsleiter fest, daß damit der Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V. gegründet ist.
Alle Anwesenden wurden daraufhin aufgefordert, ihren Beitritt durch Unterzeichnung der Satzung zu bestätigen. Daraufhin unterzeichneten die Versammlungsteilnehmer die Satzung.
Herr Oberamtsrat Willi Ströhm, der als Vertreter der Stadt Lahnstein an der Sitzung teilnahm, erklärte auf Anfrage, daß seitens des Lahnsteiner Altertumsvereins 1880 e.V. keine Verbindlichkeit gegenüber der Stadt Lahnstein bestehe.
Es wurde dann in die Wahl des Vorstandes eingetreten.
Die Wahl der Vorstandsmitglieder wurde durch Handzeichen durchgeführt.
Bei jeweils einer Enthaltung wurden mit jeweils 24 Ja-Stimmen zu Vorstandsmitgliedern gewählt:
Vorsitzender:  Dr. Fritz Nohr
Stv. Vorsitzender:  Hubertus Seibert
Schriftführer:  Dr. Franz-Josef Jander
Schatzmeister:   Frau Helga David
Pressewart:   Frau Rolandy Schmidt

Die Wahl der 6 Beisitzer erfolgte durch Stimmzettel.
1. Beisitzer:  Dr. Cornel Stähler mit 14 Stimmen
2. Beisitzer:  Johannes Knauf mit 14 Stimmen
3. Beisitzer:  Karris Schmidt mit 13 Stimmen
4. Beisitzer:  Dr. Willi Schwank mit 13 Stimmen
5. Beisitzer:  Herbert Roth mit 13 Stimmen
6. Beisitzer:  Ingrid Barkhausen mit 11 Stimmen
Alle Gewählten erklärten, daß sie die Wahl annehmen.
Sodann wurden die nächsten Schritte für die Aufnahme der Vereinstätigkeit erörtert.
Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde durch Handzeichen einstimmig beschlossen, daß der Vorstand bis zur Eintragung des Vereins in das Vereinsregister nur die Rechtsgeschäfte vornehmen darf, die zur Erlangung der Rechtsfähigkeit des Vereins erforderlich sind.
Die Versammlung wurde dann um 22.20 Uhr geschlossen.

Lahnstein, den 06. Juli 1984

gez. Hubertus Seibert

Den ersten Vorstand bildeten:

Vorsitzender :

Dr. Fritz Nohr (Publizist u. Verleger)

† 1987

Stellvertreter :

Hubertus Seibert M.A. (Historiker) [Promotion 1990]

Schriftführer :

Dr. Franz-Josef Jander (Rechtsanwalt)

† 2006

Schatzmeisterin :

Helga David (Textil-Ingenieurin)

Pressereferentin :

Rolandy Schmidt (Koloratursopranistin)

Beisitzer :

Ingrid Barkhausen (Lehrerin)

Karris Elard Schmidt (Fabrikant)

† 2005

Dr. Willi Schwank (Oberstudienrat)

† 2006

Dr. Cornel Stähler (Lebensmittelchemiker, Bodewigs Stiefsohn)

† 1990

Joahnnes Knauf (Kaufmann)

† 1993

Herbert Roth (Studiendirektor)

† 2011


Die Arbeit begann wie in der Gründungsphase 104 Jahre zuvor:
Bei monatlichen Treffen (mit Tagesordnung!!!) plante man die nächsten Aktivitäten.

Hier ein Beispiel von der

7. Sitzung nach der Wiederbelebung des Altertumsvereins am 22. November 1984, 19.30 Uhr im "Alt Lahnstein"

 
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