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Laura Martin am 27.03.2003

Das verschwundene Mädchen - Fiktion oder reale Begebenheit?

Das Tagebuch einer Schottin aus dem Jahre 1851, die auf mysteriöse Weise verschwunden ist, gibt Rätsel auf.

Dies ist die dramatische Geschichte der jungen Schottin Idilia Dubb, die 1851 mit ihrer Familie das Rheingebiet bereiste. Auf der Reise verliebte sie sich in einen jungen deutschen Mann namens Christian Bach: der Anfang einer romantischen Liebe.

Doch am Morgen des 16. Juni verschwand die 17-Jährige auf mysteriöse Weise. Die Suche nach ihr blieb ohne Erfolg. Die verzweifelten Eltern fuhren zurück nach England, das Drama geriet in Vergessenheit. Zehn Jahre später fand man die Gebeine des Mädchens auf einem Turm der Ruine Burg Lahneck - neben ihr, gut geschützt, entdeckte man ihr Tagebuch. Genevieve Hill, Idilia Dubbs Freundin, nahm das Tagebuch an sich und überarbeitete es, fand aber keinen Verlag.

Wieder gerieten die junge Frau und ihr seltsames Verschwinden in Vergessenheit, bis das Tagebuch vor wenigen Jahren in einer schottischen Stiftung auftauchte. Ein Schriftsteller veröffentlichte es unter dem Namen von Idilia Dubbs Freundin, Genevieve Hill. In diesem Buch hat er das gesamte Tagebuch sowie einige Zeitungsausschnitte des Jahres 1851 veröffentlicht.

Beim Lesen von "Das verschwundene Mädchen" drängt sich schnell die Frage nach der Authentizität der Quelle(n) auf. Hat sich ein raffinierter Schriftsteller das Tagebuch und die Zeitungsartikel bloß ausgedacht oder existieren sie wirklich?

Eine Sage um Burg Lahneck, die Sage vom Fräulein auf dem Turm, gibt genau das wieder, worum es in diesem Buch geht: Eine Schottin verschwindet und wird später auf dem Turm gefunden. Auch die abgedruckten Zeitungsartikel liegen wirklich in Archiven vor.

Das Rätsel lässt sich jedoch nicht auflösen: Trotz bestimmter Fakten kann man nicht herausfinden, ob das Tagebuch von irgendeinem Menschen, vielleicht auch schon damals, erfunden worden ist oder ob es wirklich von Idilia Dubb geschrieben wurde. Mit dieser Ungewissheit muss man also das Buch lesen, was sicher auch zu seinem Reiz beiträgt.

Ob wahr oder erfunden - unterhaltsam, zwischendurch spannend und am Ende traurig ist "Das verschwundene Mädchen Die Aufzeichnungen der Idilia Dubb" allemal. Und es ist interessant zu lesen, was Idilia Dubb berichtet und wie Mädchen ihres Alters damals dachten und fühlten.

 
 
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