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Kurzfassung

Idilia Dubb


Handlungsrahmen des Tagebuchs der Idilia Dubb

Sonntag, der 8. Juni 1851

  • Idilias Freundin Gwendolyn ist mit ihren Eltern nach Amerika ausgewandert (New York, nach Kalifornien?)

  • Mutter hat sie in die Verlobung mit dem jungen adligen Henry getrieben, um ihren Sozialstatus zu erhöhen

  • Idilias Freundin Genevieve Hill hat Idilia von Anfang an vor Henry gewarnt (Nichtsnutz, der nur seinen Spott mit ihr treibt)

  • Familie Dubb hatte schon ein Jahr zuvor (1850) eine Rheinreise unternommen, auf der Idilia in Schlangenbad „Nassauer Brunnen“ getrunken hatte.

  • Rheinreise 1851 der Eltern und Geschwistern (George und Mary) nach Koblenz

  • Idilia sollte mit Henry zu Hause bleiben, um schottische Ruinen zu malen, wollte dies aber nicht und fuhr gegen den Willen ihrer Mutter mit an den Rhein; entsprechend schlecht gelaunt ist die Mutter (nicht aber der Vater)

  • mit der „Batavier“ von London nach Rotterdam

  • Versprechen an Gwendolyn, detailliert Tagebuch zu führen

  • auf dem Schiff träumt Idilia, wie Henry sie mit einer Wirtstochter betrügt

  • ab Rotterdam mit der „Stolzenfels“ (sehr geschmackvoll mit Mahagoni-Möbeln eingerichtet) den Waal und dann den Rhein aufwärts

  • auf dem Schiff lernt Idilia Christian Bach kennen

- vierundzwanzig Jahre alt
- ledig (entlobt)
- in Bad Ems wohnhaft
- Eltern waren Bauern
- aufgewachsen bei seiner Großmutter in Oberlahnstein
- Geschäftsreisender für Emser Wasser in Holland und London

  • Idilia will Künstlerin werden

  • Mutter, immer noch eine attraktive Frau, flirtet und trinkt derart mit einem deutschen Winzer, dass Idilia und ihr Vater sich für sie schämen

  • Idilia lernt Oberleutnant Adolf Wiessel (mit vier Kameraden) an Bord kennen: Eifersucht Christian Bach – Adolf Wiessel ist vorprogrammiert

  • Idilia findet aber Christian Bach viel sympatischer

  • Nijmegen: am Kai verwickeln die vier Offiziere Christian Bach in eine Schlägerei; Idilia mischt sich ein, schlichtet und verarztet Christian anschließend

  • Emmerich: Mary fällt vor Schreck ins Wasser, als der Kapitän eine Wildente schießt; Christian rettet sie

  • in Wesel übernachten Besatzung und Passagiere

  • Idilia darf mit Christian in Wesel ausgehen; Idilia trinkt zuviel Wein

  • sie kommen zu spät ans Stadttor und können nicht mehr hinaus zum Schiff

  • Hotel Dornbusch hat noch ein Zimmer frei; Idilia geniert sich; sie hat außer mit ihrem vormaligen Verlobten Henry noch mit keinem anderen Mann das Zimmer geteilt

  • Christian erklärt, auf dem Sofa schlafen zu wollen

  • vorher zeigt und erklärt Christian Idilia die Sterne

  • er will sie küssen, sie stößt ihn aber zurück

  • Christian verlässt das Zimmer, Idilia schreibt Tagebuch


Montag, der 9. Juni 1851

  • Christian kommt nach Mitternacht blutverschmiert von einem Händel mit den Offizieren zurück; Idilia verarztet ihn wieder

  • am nächsten Morgen verpassen sie das Schiff und kaufen zwei Fahrscheine für ein anderes Dampfboot

  • Duisburg: für ein Paket Tabak macht der Kapitän des Dampfbootes eine Wettfahrt mit der Stolzenfels, als beide Schiffe gleichauf liegen, springt Christian hinüber, aber Idilia hat Angst; daraufhin springt Christian (ohne seine Tasche mit Geld und Papieren) wieder zurück auf das Dampfboot

  • Düsseldorf: von dort weiter zu Fuß, da sei kein Geld für Fahrscheine haben

  • kein Wagen nimmt sie mit

  • schließlich nimmt sie ein Pferdewagen mit; Kutscher wird zudringlich; Christian greift ein, stößt ihn vom Wagen und sie fahren allein weiter, um die Stolzenfels in Köln zu erreichen

  • ein Wagenrad bricht; sie reiten auf dem Pferd weiter

  • Pferd verliert ein Hufeisen; für einen Kuss beschlägt es ein Dorfschmied neu

  • gleich nach Sonnenuntergang in Köln

  • Christian gelangt nicht zur Stolzenfels, da er seinen Fahrschein verloren hat

  • Idilia geht an Bord und bekommt von ihrem Vater das Geld für Christians Fahrschein

  • da die Stolzenfeld aber gerade ablegen will, springt Idilia zu Christian an Land: die Stolzenfels legt ohne sie ab

  • nach dem Abendessen (von Vaters Geld) finden sie ein billiges Hotel; dabei wieder Peinlichkeit wegen eines gemeinsamen Zimmers

  • Idilia schreibt wieder Tagebuch und Christian geht aus


Dienstag, der 10. Juni 1851

  • Christian kommt betrunken ins Zimmer und schläft auf dem Fußboden ein

  • früh um vier Uhr türmen sie, da sie kein Geld mehr haben; Christian hat am Abend zuvor um Geld gespielt und dabei das Pferd verloren

  • sie verlassen Köln Richtung Bonn

  • sie baden im Rhein

  • da sie niemand mitnimmt, schlägt Christian vor, Idilia soll sich als Schwangere ausgeben und stopft ihr das Kleid aus; der Trick klappt: sie werden mitgenommen bis nach Bonn

  • zur Mittagszeit in Bonn

  • dort werden sie verhaftet (wegen Raub), aber nach einigen Stunden in der Zelle wieder freigelassen, da ein Zeuge aussagt, sie seien nicht das gesuchte Paar

  • Idilia erinnert sich an die drei Gold-Sovereigns, die sie als letzte Reserve in ihr Kleid eingenäht trägt

  • sie übernachten im Doppelzimmer (Rücken an Rücken) in einem vornehmen Hotel

  • beim Abendessen kauft Christian für Idilia einen Ring mit einem Rheinkiesel

  • während der Nacht werden ihre Kleider in Ordnung gebracht


Mittwoch, der 11. Juni 1851

  • beim Aufwachen liegt Idilia in Christians Arm; er entschuldigt sich

  • nach dem Frühstück reicht das Geld noch für zwei Fahrscheine nach Koblenz

  • sie fahren am Siebengebirge und dem Drachenfels vorbei

  • nachmittags in Andernach

  • am Kai sehen sie das Paar, mit dem die Polizei sie anscheinend verwechselt hat: Edith und Jean, Zirkusartisten aus Frankreich

  • Edith (Zigeunerin?) liest Christian aus der Hand und verspricht ihm ein langes Leben; angesichts Idilias Hand erschrickt sie und murmelt etwas von einer längeren Reise

  • mit einer Postkutsche fahren Idilia und Christian nach Koblenz

  • in der Kutsche hört Idilia im Halbschlaf, wie Christian auf die Frage eines Mitreisenden, ob er mit ihr verlobt sei, antwortet: „Nein, ich bin verlobt mit einer anderen.“

  • abends in Koblenz

  • am Hotel Coblenzer Hof, wo ihr Vater gebucht hatte, hilft Christian ihr gentlemanlike aus dem Wagen und lädt sie für den nächsten Samstag zum Sommerfest in Oberlahnstein ein

  • Idilia gibt ihm den Ring zurück mit dem Hinweis, er könne ja mit seiner Verlobten dorthin gehen

  • im Hotel trifft Idilia ihre Eltern wieder: eitel Sonnenschein


Donnerstag, der 12. Juni 1851

  • In der Nacht träumt Idilia von Christian und dass sie ein Kind von ihm bekommt

  • Tagesprogramm: Koblenz, Festung Ehrenbreitstein, Mosel, Ruinen, Schloß, Kirchen, Kunstmuseum

  • Eltern abends ins Stadttheater


Freitag, der 13. Juni 1851

  • Familienausflug nach Nieder-/Oberlahnstein

  • Links: Schlossruine Lahneck – rechts: Stolzenfels – vor ihnen: Johanneskirche

  • Logis in Niederlahnstein im „Wirtshaus an der Lahn“: schönes Fachwerkhaus, das einst Zollhaus war


Samstag, der 14. Juni 1851

  • nachts Gewitter

  • ganz früh morgens steht Idilia auf und badet nackt in der Lahn

  • nach dem Frühstück geht die Familie hinauf zum Allerheiligenberg

  • Mittagessen im Wirtshaus an der Lahn

  • da kommt die Postkutsche und ihr (vormaliger) Verlobter Henry steigt angetrunken aus

  • Henry bittet Idilia um Verzeihung für sein schlechtes Benehmen

  • Fährmann Anton Douqué [Douquet] rudert sie nachmittags über die Lahn nach Oberlahnstein: St. Martins Kirche, das ganz verfallene Rathaus und Markt mit Brunnen

  • sie kommen zu dem Sommerfest, von dem Christian erzählt hatte

  • beim Tanzen mit Henry sieht sie Christian mit seiner Verlobten tanzen

  • Henry merkt, dass sie sich kennen, und wird eifersüchtig

  • nach einer Szene verlassen Idilia und Henry das Fest

  • Christian rät Henry noch, sich Ohrenstopfen zu besorgen, da Idilia so sehr schnarche

  • Idilia rächt sich und fragt Christians Begleiterin, ob er ihr auch jede Nacht die Decke wegzöge

  • an der Lahn setzen sich Idilia und Henry in den Schatten und streiten sich; Henry versucht sie zu küssen und fummelt an ihrer Bluse

  • Idilia flieht zum Fährboot und lässt sich von Anton Douqué allein übersetzen

  • nach dem Abendessen kommt Henry zu Idilia aufs Zimmer und wird zudringlich; sie gibt ihm endgültig den Laufpass und sagt ihm, dass sie nicht mit ihm nach England zurückkehren werde

  • da steigt Christian über eine Leiter in ihr Zimmer ein: Schlägerei Henry – Christian; Idilia hilft Christian

  • Idilia akzeptiert Christians Entschuldigung für sein Benehmen an dem Sommerfest und teilt ihm ihre Entlobung mit

  • Idilia übergibt ihm seine Reisetasche, die die Eltern mit von Bord genommen hatten

  • Krach mit der Mutter wegen Christian

  • Idilia bittet Henry um Entschuldigung und betrachtet sie beide als wieder verlobt

  • Idilia zieht zu Henry in dessen Zimmer


Sonntag, der 15. Juni 1851

  • gegen Mitternacht kommt Henry angetrunken zu ihr ins Bett

  • seinen gewaltsame Annäherung kann sie abwehren

  • auf seine Fragen, ob sie mit Christian geschlafen habe und ob sie ihn liebe, antwortet Idilia nicht

  • morgens Gottesdienst in St. Barbara (Henry noch versoffen im Bett)

  • in der Kirche bittet Idilia Gott, ihr ihren Stolz zu verzeihen und ihr Christian zurückzugeben

  • während des Gottesdienstes kommt Christian in die Kirche und gibt Idilia den Ring zurück, den sie auch akzeptiert mit den Worten: „Beim nächsten Mal, da du mich diesen Ring tragen siehst, bin ich frei. Warte auf mich beim Fährhaus an der Lahn bei Sonnenuntergang!“

  • nach dem Frühstück Familienausflug mit zwei Kutschen der Thurn und Taxischen Postexpedition nach Bad Ems

  • Idilia mit Henry und Mary im vorderen Wagen, George und die Eltern im hinteren Wagen

  • Henry steckt Idilia den Verlobungsring wieder an den Finger, den sie ihm in Edinburgh zurückgegeben hatte; Idilia hat zwar innerlich schon mit ihm angeschlossen, will aber in Gegenwart von Mary keine Szene machen

  • Henry wird zudringlich, fummelt ihr an der Bluse herum und trinkt ständig Kognak aus einer Reiseflasche

  • Henry lässt die Kutsche halten und stellt sich zum Pinkeln neben den Wagen

  • nach diesem Eklat muss trotz Protest die Reise fortgesetzt werden; der betrunkene Henry schläft ein

  • gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein in Bad Ems: in einer Talschlucht, Emser Quellen, Badehaus mit vier Türmen, Gebäude (Brunnenhalle), in dem junge Mädchen die Steinkrüge mit Emser Wasser füllen und für die Gäste bereitzuhalten

  • Henry pöbelt die Mädchen an; Idilia will ihn wegziehen von den Mädchen; Henry schlägt ihr ins Gesicht, dass ihr Nase blutet

  • Christian taucht in Arbeitskleidern auf und will Henry aus der Halle weisen; Schlägerei: Christian am Boden

  • Christian geht mit ihr ein Stück durch den Park; Idilia umarmt ihn spontan

  • Idilia wirft Henry den Verlobungsring in dessen Kaffeetasse und erklärt die Verlobung für endgültig aufgelöst

  • Idilia trennt sich trotz Protest der Mutter von ihrer Familie, um allein zu Fuß nach Niederlahnstein zurückzukehren: sie lässt sich über die Lahn setzen und wandert Richtung Lahnstein

  • unterwegs badet sie nackt in der Lahn

  • bei Sonnenuntergang trifft sie Christian am Fährhaus am Oberlahnsteiner Lahnufer

  • Christian mit Picknick-Korb: rot-blaukariertes Handtuch, Wein, Teller und Besteck, ein Brot, ein Stück Käse und Wurst sowie eine kleine Öllampe

  • sie küssen sich leidenschaftlich, sinken dabei ins Gras

  • Fährmann Anton Douqué schlägt ihnen vor, sich eine bessere Stelle für ihre Liebe zu suchen

  • sie klettern hinauf zur Ruine Lahneck, um dort oben beim Schein der Öllampe ihr Picknick zu machen

  • sie tanzen oben auf dem Turm langsamem Walzer; Christian summt die Musik dazu

  • sie küssen sich wild, sinken zu Boden und „geben der Liebe Forderung nach“

  • „Nachher lagen wir auf unserem weichen Bett, das aus meinen und Christians Kleidern bestand und sahen hinauf in den glitzernden Sternenhimmel, müde, aber glücklich nach unserem Liebesakt. Wir lagen dort längere Zeit und genossen unser Zusammensein.“

  • wieder unten an der Lahn, verabreden sie sich in Koblenz im Hotel Coblenzer Hof

  • Anton Douqué hat auf Idilia gewartet und setzt sie über

  • die Mutter erwartet sie im Wirtshaus an der Lahn und macht ihr eine Szene

  • Idilia stellt sich unterwürfig und geht aufs Zimmer, um Tagebuch zu schreiben


Montag, der 16. Juni 1851

  • das Tagebuch ist voll; Idilia nimmt sich das kleine Notizbüchlein ihrer Schwester Mary, das diese nicht benutzt.

  • früh morgens steigt sie wieder hinauf auf den Turm der Ruine Lahneck, wobei dann die Treppe hinter ihr zusammenstürzt.


Hier schließen sich die vier Tage auf dem Turm an, die mit dem Tod enden.

Der letzte Eintrag im Tagebuch:

"Gott im Himmel, erbarme Dich meiner Seele."





 
 
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