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Mark Möbius

Idilia Dubb > Oper


Der Komponist Mark Moebius machte - als Auftragswerk des Landes Rheinland-Pfalz - aus dem Schicksal der Idilia Dubb eine Kammeroper, die in drei Teilen die letzten Tage der Idilia Dubb vertont. Wachszenen wechseln darin mit Traumsequenzen des immer weiter ermattenden Mädchens.


von www.markmoebius.de:

Idilia
(2005 / 40 min.)
Kammeroper in 10 Bildern nach eigenem Libretto

Musik: Mark Moebius
Idee: Christian Pfarr
Regie: Georges Delnon
Uraufführung 2005 in der Festungskirche Ehrenbreitstein (Koblenz)
Chen Wang, Sopran
Diana Schmid, Mezzo-Sopran
Hubert Wild, Bariton/Counter
Nicola Christov, Baß
Musiker der Mainzer Hochschule für Musik unter der Leitung von Marius Stieghorst

Diese Kammeroper hat einen (von den Auftraggebern gewünschten) regionalen Bezug zum historischen Rheintal, das im Jahr der Uraufführung ins Welt-Kulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Zwei prominente Frauengestalten werden hier miteinander in Beziehung gesetzt.

Idilia Dubb, eine junge Touristin aus Schottland, verunglückte 1851 auf einem Turm der Burg Lahneck- die Turmtreppe stürzte zusammen, als sie gerade oben auf dem Turm angelangt war. Der Rückweg war ihr somit abgeschnitten. In den folgenden schrecklichen vier Tagen verhungerte sie oben auf dem Turm, hielt ihre Verzweiflung aber noch in ihrem Tagebuch fest, das einige Jahre später samt ihres Skeletts gefunden wurde.

Die Oper setzt hier ein, zeigt die Verzweiflung Idilias, indem Textabschnitte aus ihrem Tagebuch zitiert und gesungen werden. Die zunehmend entkräftete Idilia sinkt immer wieder in ein Delirium und verwandelt sich im Traum in die Gestalt, die entscheidend dafür verantwortlich ist, dass sowohl sie selbst (Idilia), als auch andere Touristen immer wieder das Rheintal besuchen: nämlich in die Loreley- eine Loreley allerdings, die die Angst und Verzweiflung Idilias „übernimmt“.

Diese Loreley kann nicht mehr singen, ist zu lange schon auf ihrem Felsen und leidet unter den Touristengruppen und Menschenmassen, die ihn belagern. Zwar wird sie von Heinrich Heine aufgefordert, ja bedrängt, trotz allem wieder zu singen, da sie als „Muse“ unersetzlich sei, weigert sich jedoch entschieden. Sie wünscht sich heimzukehren, hinab zu ihrem Vater (Vater Rhein).

Der hört schließlich ihr Klagen und steigt hinauf zu ihr, um sie zu holen. Heine unterbricht aber das glückliche Wiedersehen von Vater und Tochter. Er lässt sie nicht hinab. Am Ende des Kampfes zwischen Vater und Dichter erwacht Idilia ein letztes Mal. Sie sieht und hört nichts mehr, nur noch eine Stimme, die sie ruft. Diese Stimme ist der Tod. Indem sich nun Idilia dem Tod öffnet geschieht das Wunder: Der Gesang kehrt zur Loreley zurück. Sie beginnt erneut (ein letztes Mal?) zu singen.

Vater Rhein und Heine schauen begeistert zu ihr empor. Letzterer „erfindet“ sein Loreleygedicht erneut und endet das ganze mit den bekannten Worten: „Und das hat mit ihrem Singen die Loreley…“ (Vater Rhein fällt ihm stolz ins Wort: „Meine Tochter!“) „…getan!“


 
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