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Exkursion nach Mayen am 20.05.2017

Terra Vulcania, Mayener Grubenfeld und Deutsches Schieferbergwerk


Nach dem Vortrag von Dr. Berthold Prößler über den Abbau der u.a. auch in Lahnstein verbauten Steine im Raum Mayen vor gut 100 Jahren ging es nun auf eine ganztägige Bus-Exkursion vor Ort.

Die erste Station war das Erlebniszentrum ‚Terra Vulcania‘am Rande einer uralten Bergbaulandschaft: dem Mayener Grubenfeld. Zuerst erläuterte Gästeführer Karl-Heinz Spurzem der Lahnsteiner Gruppe die Ausstellung ‚SteinWelten‘. Hier wird an Modellen und alten Werkzeugen erfahrbar, wie die Menschen seit 7000 Jahren den Schatz der Vulkaneifel bergen und verarbeiten. An mehreren Stationen konnten die Besucher ihre Kräfte bei der Bewegung und Hebung der gewaltigen Steinbrocken messen – für die Arbeiter früherer Jahre das tägliche Brot. Dass dies nicht immer ungefährlich war, zeigen die Berichte tödlicher Unfälle.

antike Reibsteine zum Vermahlen der Getreidekörner
wegen der Form "Napoleonshüte" genannt

moderne Gesellenstücke

Die erste Etappe beim Gang durch das Grubenfeld war der Skulpturenpark „Area Lapidea". Der langlebige harte Basalt wurde auch in der Kunst genutzt. Von 1985 bis 2006 veranstaltete der Förderkreis „Natursteine Mayen e.V." alle drei Jahre ein mehrwöchiges Naturstein-Symposion mit Bildhauern aus ganz Europa, die dabei ihre Skulpturen aus vulkanischen Gesteinen schufen. Die entstandenen Kunstwerke wurden zur Deckung der Kosten verkauft. Etliche davon sind noch im Skulpturenpark zu bewundern und auch käuflich zu erwerben.

Auf dem Weg ins Grubenfeld wies Spurzem seine Gäste auf die Räume und Werkstätten des Forschungsbereichs Vulkanologie, Archäologie & Technikgeschichte des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) und des Labors für experimentelle Archäologie hin. Hier versucht man, z.T. mit Erfolg, die antiken Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden nachzuvollziehen.



In alten Lohnabrechnungen incl. Lohntüte fand Vorstandsmitglied Toni Schmitt (helle Jacke) einen bedauernswerten Namensvetter!


links: alte Abbauwand, von der Natur zurückgewonnen

rechts: Die Exkursionsgruppe im Grubenfeld


Im Mayener Grubenfeld wird deutlich, wie der Mensch durch den Gesteinsabbau eine neue Landschaft geschaffen und hinterlassen hat. Die noch erhaltenen unterirdischen Abbauorte sind heute überlebenswichtige Winterquartiere für Fledermäuse aus Nord- und Mitteleuropa.

Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) Mayen und Umgebung hat einen alten Abbau begehbar gemacht: Über Treppen stiegen die Gäste aus Lahnstein in den „Schacht 700"; in den horizontalen Gängen in der Tiefe kann man (im Rahmen einer Spezialführung) Fledermäuse erleben.

Nach der Mittagspause auf dem Marktplatz ging es ins Eifel-Museum in der Genovevaburg. Von dort führen Treppen (oder auch ein Lift) 16 Meter in die Tiefe.  In einem Stollen im Berg unter der Genovevaburg ist das einzigartige ‚Deutsche Schieferbergwerk‘ angelegt worden. Wieder war es Gästeführer Spurzem, der der Lahnsteiner Exkursionsgruppe die Anlage erläuterte. Vorher jedoch war Umziehen in der Kaue angesagt: wasserdichte Jacken und Helme sorgten für die Sicherheit in den kommenden 90 Minuten. Zwar war das 340 Meter lange Stollensystem niemals ein Bergwerk, sondern wurde für den Schutz der Bevölkerung bei Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg angelegt. Nachdem danach kurzzeitig darin eine Pilzzucht angelegt worden war, fand man mit der musealen Nutzung eine sinnvolle Verwendung. Der Besucher wird über Arbeit und Alltag der Schieferbergleute informiert. In den Gängen stehen alte Loren, Seilsägen, riesige Schreitbagger und 20 Kilogramm schwere Presslufthämmer. Aber auch die Verwendung des Dachschiefers wird in vielen Plänen und Modellen dargestellt.

Mit einem herzlichen Dankeschön und starkem Applaus verabschiedete sich die Gruppe von Karl-Heinz Spurzem, der alle dazu einlud, seine Heimatstadt wieder einmal zu besuchen. „Sie müssen unbedingt noch ein, zwei Stadtführungen mitmachen!"

Auf der Rückfahrt wies Vorsitzender Hans G. Kuhn hin auf die beiden nächsten Exkursionen (am 26. August zum Keltenfürst am Glauberg und nach Bad Nauheim sowie am 14. Oktober zur Richard-Löwenherz-Ausstellung nach Speyer) sowie den nächsten Vortrag von Dr. Andreas Metzing, Boppard, am 3. November über den Verlauf der Reformation in unserer Region. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen; Anmeldung unter 02621-3624.

 
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