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Bodewig-Museum > Geschichte bis 1945


Auch Rat und Magistrat von Oberlahnstein sowie Bürgermeister Carl Eduard Reusch bewiesen Bildungsbewusstsein und genehmigten einen Zuschuss.

Der Persönlichkeit von Bürgermeister Reusch kann man an Hand der überlieferten Indizien nur größten Respekt zollen. Der gebürtige Oberweseler war Bürgermeister in Waldbreitbach, bevor er 1873 auf seine Bewerbung hin zum Bürgermeister von Oberlahnstein gewählt wurde. Eine seiner ersten Amtshandlungen im Jahr 1873 war die Übernahme der privaten Höheren Bürgerschule des Geistlichen Antonius Abt in städtische Regie, ehe sie im Rahmen des Kulturkampfes geschlossen werden konnte. (Aus dieser Schule entwickelte sich das heutige Lahnsteiner Marion-Dönhoff-Gymnasium.) Im Jahr 1873 kam diese Maßnahme einer Ungeheuerlichkeit gleich - war doch das Städtchen Oberlahnstein eigentlich gar nicht in der Lage, ein Gymnasium zu unterhalten.
In seinen nahezu visionären Wertvorstellungen räumte Reusch der Volksbildung einen vorrangigen Platz ein.



Auch von Kreistag in St. Goarshausen
erhielt Bodewig die Zusage der Bezuschussung. Der Zeitgeist mit seinem gestiegenen Interesse an Altertümern hatte den Boden für die Beschlüsse bereitet. Dieser Beschluss wurde sicherlich vom Königlichen Landrat Dr. Berg - übrigens Mitglied des Altertumsvereins - intensiv vorbereitet.

Es muss hier erwähnt werden, daß dieser Zeitgeist von der preußischen Regierung ausdrücklich gefördert wurde. Galt es doch nach der Reichsgründung 1871 allen deutschen „Stämmen“ bewusst zu machen, dass sie eine gemeinsame Geschichte hatten und von daher zur nationalen Einheit bestimmt waren.

Nachdem von beiden Gebietskörperschaften, also Stadt und Kreis, die Zusage für die Zuschüsse von je 10.000 Goldmark
vorlagen, konnte der Bau im Jahr 1912 in Angriff genommen werden.

Allerdings hat der Kreis von den zugesagten 10.000 nur 6.000 Mark (in Jahresraten á 1.000 Mark) gezahlt, wovon die beiden letzten Raten durch die Inflation nahezu wertlos waren. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Dr. Cornel Stähler, Robert Bodewigs Stiefsohn, den von seinem Vater vorgeschossenen Betrag - allerdings vergeblich - nachzufordern.

 
 
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