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Der Vorstand des wiederbelebten Vereins
plant die nächsten Aktivitäten.

RHEIN-LAHN-ZEITUNG vom ??.12.1984

Wiederbelebter Verein mit Völlig neuem Elan
Altertumsverein Lahnstein plant viele Veranstaltungen

-sp- LAHNSTEIN. Jeder, der sich unter dem „wiederbelebten" Altertumsverein Lahnstein eine Ansammlung würdiger Greise vorstellt, die sich schlicht über die Vergangenheit nachdenken, wird eines besseren belehrt, hört er sich nur einmal eine Sitzung an. Ein umfangreiches Programm haben sich die Mitglieder vorgenommen, daß man fast als ein „Generationenprojekt" bezeichnen könnte. Sammeln von alten Daten, Geschichtsforschung, Ausstellungen, Referate, Dia-Vorträge, rege Sammeltätigkeiten und die Unterstützung von Schülern, die sich in diesem weiten Bereich betätigen wollen, stehen neben anderem auf dem Programm.

In der 5. Arbeitssitzung wies Dr. Fritz Nohr, der Vorsitzende des Altertumsvereins Lahnstein, darauf hin, daß es früher nur ein einziges archäologisches Museum zwischen Bonn und Wiesbaden gab, das Bodewig-Museum in Lahnstein. Nur wenig ist heute noch über die Stiftung bekannt, über die Aufteilung der Gelder, die für das Museum bestimmt waren und über die rechtliche Situation des Museums. Die Stiftung wie auch das Museum haben bis heute nicht aufgehört zu existieren, so Dr. Nohr, doch wurde vor Jahren leise „entstiftet". Eine Grauzone liegt bis heute über den Vorgängen, die aus dem damaligen Museum heute nun einen Verwaltungssitz gemacht haben. Hier müsse der Verein ansetzen, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Eine weitere Aufgabe sieht der Verein auch darin, in dieser schnellebigen Zeit eine Bestandsaufnahme von Lahnstein zu machen. Höchst aktuell, wie sich in der Diskussion ergab, denn innerhalb von Jahren verschwinden Geschäfte, tauchen welche auf, neue Gebäude oder Denkmäler entstehen. Dies festzuhalten für die Nachwelt sei wichtig.
Ganz wichtig sei die Sammlertätigkeit der Mitglieder. Egal ob Filme, alte Stiche, Postkarten, Fotos, Fossilien, Mineralien, Kunst oder anderes gesammelt würde, Hauptsache, der Verein weiß darum, kann vielleicht vermittelnd helfen, darf die Dinge anderen Interessenten vorstellen in Ausstellungen oder anderem. Eine weitere Tätigkeit wäre dann die Untersuchung des Namens „Lahnstein", wo kommt er her, wie und wo wird er in welcher Form verwendet? Dann müßte festgestellt werden, in welchen Museen noch Sammelstücke aus dem Bodewig-Museum stehen. Und es sollte auch die Frage geklärt werden, was existiert überhaupt an Lahnsteiner Funden in Museen, Kirchen und Archiven und in welchen Archiven, ob München, Wien, Darmstadt oder anderswo, ist etwas über Lahnstein abgelegt.
Mit Sicherheit kann nicht alles sofort erledigt werden, dafür braucht es Zeit. Aber so nach und nach will der Altertumsverein sich etablieren als kompetenter Verein für alle historischen aber auch gegenwärtigen Fragen und Probleme.
Die rechtliche Grundlage ist schon vorhanden, der Verein gegründet, die Gemeinnützigkeit bestätigt worden. Nun sollen noch mehr Mitstreiter gefunden werden, die an zum Beispiel einem Informationsblatt mitarbeiten könnten, die Kontakt halten könnten zu Nachbarvereinen, zu benachbarten historischen Instituten und anderem.
Beispiel gibt derzeit schon die kleine Runde Mitglieder, die sich an vielfältigen Projekten schon beteiligen. Zum Beispiel Dr. Schwank mit Sprachforschungen über Lahnsteiner Mundart, Wolfgang David über Bergbau im Rhein-Lahn-Dreieck, Emil Simonis mit einer Fotoausstellung über das Partnertand Northamptonshire, Peter Stumm mit Eisenbahn-Fotos und Zeichnungen, Hans Hamm mit Lahnsteiner Postkarten, Dr. Fritz Nohr mit alten Lahnsteiner Fotos, sowie der Ausstellung Sport in Lahnstein 2, Karris und Rolandy Schmidt als Kunstmaler mit Lahnsteiner und anderen Motiven.
In handgreifliche Nähe ist bereits eine Ausstellung gerückt und zwar eine Dokumentation über die Bombenangriffe auf Lahnstein von Hubertus Seibert und H. Schwank in den Kurthermen, sowie eine Dokumentation über die Industrie von Oberlahnstein bis 1914, die von Schülern und Wolfgang David erarbeitet wurde. Geplant für die Winterszeit ist eine Präsentation Lahnsteiner Filme von Emil Simonis und eine Postkartenausstellung mit rund 350 Karten mit Lahnsteiner Motiven. Und, und, und. . .
Wer sich für diese Aktivitäten interessieren sollte, der kann sich heute abend, 19.30 Uhr, im Gasthaus Alt-Lahnstein, einfinden und sich informieren. Gäste sind immer willkommen.

 
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