Rezension I-3 - Kuhn Seite

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Rezension I-3

Bodewig-Edition > Band I


Rezension III von Rektor i. R. Friedrich Felgenheier

in: Heimatjahrbuch Landkreis Neuwied 2001, S. 286-287

Das Buch ist der erste Teil des volländstigen Nachdrucks der wissenschaftlichen Arbeiten von Robert Bodewig. Er wurde 1857 zu Wermelskirchen im Bergischen geboren, kam 1890 als Gymnasiallehrer nach Oberlahnstein, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1923 lebte. Durch sein Engagement auf dem Gebiet der Ortsgeschichte machte er sich bald einen Namen, so dass er 1897 zum Geschäftsführer des Lahnsteiner Altertumsvereins gewählt wurde. Die Krönung seines Wirkens in der Wahlheimat war die von ihm initiierte Errichtung eines repräsentativen Gebäudes für das Lahnsteiner Heimatmuseum, das 1914 vollendet wurde.

Überregional wurde Bodewig bekannt durch seine Ausgrabungen kelischer, römischer und fränkischer Siedlungen und Friedhöfe im Großraum Koblenz und die wissenschaftliche Aufbereitung der Funde. In Würdigung dieser Leistungen berief die Reichs-Limes-Kommission den passionierten Altertumsforscher 1897 zum Streckenkommissar. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Historischen Kommission für Nassau.

Mit dem zusammenfassenden Nachdruck aller seiner Werke will der Lahnsteiner Altertumsverein den weitgehend vergessenen Heimatforscher wieder ins öffentliche Bewusstsein heben und seine seit langem vergriffenen und weit verstreut publizierten Artikel einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

In dem vorliegenden ersten Band sind die 14 größeren Veröffentlichungen Bodewigs abgedruckt, die zwischen 1897 und 1916 erschienen. Drei davon behandeln Themen aus der Lahnsteiner Geschichte, eine die Geschicke des Amtes Münstermaifeld im 30-jährigen Krieg. Der Hauptteil der Publikation aber besteht aus Arbeiten über die Limeskastelle, über römerzeitliche Siedlungen und über Römerstraßen im Hinterland des Grenzwalls von Rheinbrohl bis zum Taunus, die auf Grabungen basieren. Die äußerst exakte Dokumentation der Ergebnisse gilt mit Recht als die bedeutendste Leistung Bodewigs.

Wer Informationen über die Spuren der Römer auf dem Gebiet sucht, das heute den Kreis Neuwied bildet, dürfte die Aufsätze über das Kastell Heddesdorf (S. 266-304) und über die Straßen von Rheinbrohl ins Wiedtal und die römischen Verkehrswege im Neuwieder Becken (S. 458-467) mit besonderem Interesse lesen. Hier wird ein großer Teil der Basis sichtbar, auf der das Wissen über „unsere“ Römerzeit beruht.

 
 
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