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Vortrag Molitor und Wenzelkapelle

Vereinschronik > 2011- > 2012

Freitag, 11. Mai 2012

Ein Bild kehrt heim:
"Die Wenzel-Kapelle bei Oberlahnstein am Rhein" nach der Natur gemalt von Franz Molitor, 1900
(Hans G. Kuhn)

Historische Würdigung der "capella beatae virginis Mariae extra muros oppidi Oberlahnstein"
(Alexander Thon)

siehe hier!


Nekrolog
aus der RNZ vom 20. Juli 1928

Wer hat ihn nicht gekannt, den lieben alten Herrn, der durch sein freundliches Wesen, seine vornehme Gesinnung und seinen unermüdlichen Schaffensgeist so recht die echte Männlichkeit jener alten Zeit verkörperte, als Ideale und Charakter in Lahnstein noch etwas galten. Jahrzehnte war Franz Molitor uns ein lieber Zeitgenosse und wir waren stolz auf ihn. Er war ein gesuchter Porträtmaler und seine Bilder legen Zeugnis ab von seiner Art, jener alten Schule, in welcher nicht der Abhub der Palette für Kunst galt, wie vielfach heute. Nebenbei malte er Motive aus unserer Heimat und manches, was heute verlassen und vergangen ist, bewahrte sein Pinsel vor dem Vergessen, so z.B. den Spießborn, die alte Wenzelskapelle usw. Auch seine Stillleben sind gesuchte Schöpfungen seiner Hände. Reichtum an künstlerischem Empfinden atmen seine Bilder, von der bestechenden Natürlichkeit der Porträts bis zu der überquellenden Reife edlen Obstes, das in seinem Stillleben verlangend den Gaumen reizte. Molitors Kunst wird uns ebenso fehlen wie er selbst. Vor Jahresfrist verkaufte er das elterliche Haus in der Wilhelmstraße, als die ungünstigen Zeitverhältnisse und Umstände ihn dazu zwangen. Er wandte sich zunächst nach München, dann nach Berlin und Düsseldorf, um die Sorgen zu meistern, die seine alten Tage überschatteten. Doch die Heimat mit ihren starken Armen zog ihn zurück und seine letzten Tage verlebte er in Ehrenbreitstein, bis eine Herzschwäche hinter sein Leben den großen schwarzen Punkt setzte. Heimweh im Herzen, ist Franz Molitor dahingeschieden. Die Heimat und seine Freunde werden ihn nie vergessen! Er ruhe in Frieden!

Franz Molitor muss - siehe Nachruf - fleißig gewesen sein. Daher stellt sich die Frage nach dem Verbleib seiner doch wohl zahlreichen Bilder. Es mag ihnen ähnlich denen von Nikolai von Astudin gegangen sein: Als ‚alte Schinken’ sind wohl viele davon nach dem 2. Weltkrieg im Müll gelandet.


 
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