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Vorwort II-J

Bodewig-Edition > Band II


Vorwort zu Band I
von
Prof. Dr. Hans-Eckart Joachim
Institut für vor- und frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bonn


Mit Schließung des früheren Oberlahnsteiner Bodewig-Museums nach Ende des 2. Weltkrieges und der seitdem anderweitigen Nutzung des Gebäudes ging der Bezug und die Erinnerung an seinen Gründer Robert Bodewig nahezu verloren. Ganz im Gegensatz zu anderen Sammlungen von Zeitgenossen Bodewigs wie Adam Günther (Koblenz), P. Hörter (Mayen) und H. Eich (Neuwied), deren Nachlässe trotz mancher Widrigkeiten nach 1945 weiterhin öffentlich zugänglich blieben, gelangten die Oberlahnsteiner Bestände treuhänderisch samt einem unvollständigen Inventarbuch, aber ohne weitere Museumsakten, in das Magazin des heutigen Amtes für Archäologische Denkmalpflege auf der Festung Ehrenbreitstein. In der Fachwelt war dies bekannt. Ein Teil der Bestände des Bodewig-Museums kam zwar später in den den Hexenturm nach Oberlahnstein zurück, eine repräsentative Darbietung aller Bestände konnte dies aber nicht sein.

Es ist daher sehr begrüßenswert, wenn der Lahnsteiner Altertumsverein seit Jahren versucht, eine erneute Präsentation im ehemaligen Bodewig-Museum zu erreichen. Denn mit dem Namen Bodewig verbindet sich nicht nur eine Persönlichkeit, die ganz zeitgemäß in deutschnationalem Sinne Heimatforschung vor und nach 1900 betrieb. Bodewig war, wie an seinen Aktivitäten und zahlreichen Publikationen zu sehen ist, nicht nur ein begeisterter Entdecker und Forscher mit einer breiten Palette von Gebieten. Er hat über seine Entdeckungen und Recherchen hinaus noch heute gültige und teilweise die einzig existierenden Berichte hinterlassen, die Ausgangspunkt neuerer Forschungen und Überlegungen sind. Sicher legt man heute an archäologische Befunde und Funde andere Maßstäbe an und bezieht in erheblichem Maße naturwissenschaftliche Untersuchungen ein. Das stand jedoch zu Zeiten von Bodewig nicht unbedingt im Vordergrund. Eher ging es damals um ein systematisierendes Einordnen des Materials überhaupt sowie um den in neuerer Zeit wieder auflebenden Versuch, ethnische Gruppierungen hinterarchäologischen Material zu erkennen.

In nicht wenigen Fällen sind die Berichte Bodewigs zu archäologischen Fundstellen und Funden die einzigen geblieben. Entweder wurden die Fundstellen inzwischen zerstört oder aber es wurde dort nicht weiter gegraben. Das geschieht ja in der Regel auch nur dann, wenn Gefährdungen vorliegen und seitens der Staatlichen Bodendenkmalpflege gehandelt werden muss. Deshalb bilden die von Bodewig geborgenen Funde, etwa aus Braubach, Oberlahnstein und anderen Fundorten im rheinland-pfälzischen Limesgebiet, nach wie vor die Mehrzahl der Sammlungsstücke.

Es wärejeden Fall angebracht, wenn eine zeitgemäße, identitätsstiftende Präsentation im ehemaligen Bodewig-Museum im Einzugsgebiet an der Lahnmündung am nördlichen Tor zum Welterbe Oberes Mittelrheintal zustande käme.

Dass seitens der Fachwelt nach wie vor ein Interesse an Robert Bodewig und seinem Werk besteht, hat die positive Resonanz nach Erscheinen des 1. Bandes gezeigt.

 
 
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