Vorwort II-K - Kuhn Seite

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Vorwort II-K

Bodewig-Edition > Band II


Vorwort des Herausgebers

Zur Finanzierung des 1. Bandes der Bodewig-Edition hatte der Lahnsteiner Altertumsverein seine schmalen Rücklagen zur Verfügung gestellt. Das potentielle Opfer war als gerechtfertigt betrachtet worden, da es galt, mit Robert Bodewig den Ahnherren des Vereins und Erbauer des nach ihm benannten Museums zu ehren, sein Werk dem interessierten Publikum wieder zugänglich zu machen und seine Leistung als Heimathistoriker, Archäologe und Museumsgründer ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zurückzurufen.

Die Resonanz übertraf die geheimen Erwartungen. Die archäologische Fachwelt zollte hohes Lob sowohl wegen der Idee einer Neuausgabe überhaupt als auch der äußerlich gelungenen Edition. Auf diese Weise ermutigten zur Weiterarbeit das Landesamt für Denkmalpflege, die Römisch-Germanische Kommission Frankfurt, das Limes-Archiv Ingolstadt, das Museum Wiesbaden, die Landesmuseen Trier und Bonn bis hin zum Bayerischen Hauptstaatsarchiv, in dem die Biographien der Limesforscher gepflegt werden.

Die positiven Rezensionen des 1. Bandes in bedeutenden Publikationen wie der Fachzeitschrift ‚Archäologie in Deutschland’ und den ‚Nassauischen Annalen’, in der ‚Rhein-Lahn-Zeitung’ und auch im ‚Heimatjahrbuch des Rhein-Lahn-Kreises’ machten ebenfalls Mut, den 2. Band zu wagen.

Vor allem die Bereitschaft renommierter Fachwissenschaftler, Robert Bodewigs Forschungsergebnisse zu würdigen und zu aktualisieren, lässt diesen Band über den Status einer historischen Werkausgabe hinauswachsen. Dies dokumentiert sich am deutlichsten darin, dass sich Prof. Dr. Hans-Eckart Joachim, Institut für vor- und frühgeschichtliche Archäologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dankenswerter Weise bereit erklärt hat, das fachliche Vorwort zu sprechen. Als Spezialist für die Eisenzeit, die im Raum Lahnstein – Braubach von allen Perioden am besten belegt ist, hat er wesentlich auf den von Bodewig geschaffenen Grundlagen aufbauen können und kann diese daher am ehesten einschätzen.

Auch die positiven Reaktionen von interessierten Laien waren Ansporn und gaben Sicherheit für die Arbeit am 2. Band, zumal der Verein dank des guten Absatzes des 1. Bandes in die Lage versetzt wurde, seine Rücklagen erneut einzusetzen. Die Koblenzer ‚Gesellschaft für Archäologie an Mittelrhein und Mosel’ und eine der beiden großen Fraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag hatten mit der Abnahme einer größeren Zahl von Exemplaren am Verkaufserfolg des 1. Bandes wesentlichen Anteil. Ihnen gebührt auch an dieser Stelle unser herzlicher Dank.

Die Konzeption des nun vorliegenden 2. Bandes war schon zu Beginn des Projektes ‚Bodewig-Edition’ klar. Nur so konnte sein Erscheinen im Vorwort zu Band I kühn für das Jahr 2000 avisiert werden.

Bei den Recherchen stellte sich aber schnell heraus, dass eigentlich viel zu wenig ‚bandfüllendes’ Material vorlag. Die Quellenlage für Robert Bodewigs Biographie sowie für die Geschichte des Altertumsvereins und des Bodewig-Museums waren äußerst dürftig. Zwar hatte Bodewigs Stiefsohn Dr. Cornel Stähler dem Lahnsteiner Altertumsverein zugesagt, dass das Privatarchiv seines Stiefvaters einmal in das Vereinsarchiv übergehen sollte, doch verweigerten seine Nach-Erben die Herausgabe des Archivs und verbrannten sämtliche schriftlichen Unterlagen. Lediglich ein Wandrelief mit Bodewigs Porträt entging diesen ‚Kulturstürmern’. Es wurde von den Herren Reinhard Görg und Matthias Hamm, den jetzigen Besitzern der Villa Bodewig, dem Haus neben dem Bodewig-Museum zur Lahn hin gelegen, auf dem Speicher entdeckt und dankenswerter Weise dem Verein übergeben. Dieses Relief ziert beide Bände dieser Edition.

Die kümmerliche Aktenlage änderte sich wesentlich, als das Lahnsteiner Stadtarchiv unter eine fachlich qualifizierte Leitung kam. Im Zuge der Sichtung und Neubewertung der Bestände entdeckte Archivar Bernd Geil immer wieder weitere Akten des Vereins und des Museums sowie Manuskripte von Robert Bodewig, die vorher nicht erfasst und damit nicht zugreifbar waren. Diese Materialien hatten zur Folge, dass die Herausgabe dieses Bandes immer wieder hinausgeschoben werden musste.

Auf der Suche nach biographischen Spuren wurden systematisch alle Lebensstationen und Bodewigs überprüft und alle Institutionen und Privatpersonen angeschrieben, mit denen Bodewig möglicherweise Kontakt gehabt hatte. Die Universität Berlin schickte Kopien aus ihrem Archiv von Matrikel und Abmeldung mit Bestätigung der Studienzeit, der belegten Veranstaltungen und seiner Meldeadressen, Klaus-Dieter Pett vom Landesarchiv Berlin gab detaillierte Auskunft über Bodewigs Wohnsitze und Vermieter in Berlin, das Universitätsarchiv Münster schickte eine Kopie der gesamten Promotionsakte, Dr. Claus-Michael Hüssen vom Limes-Archiv in Ingolstadt Bodewigs Briefe, Dr. Rainer Braun vom Bayerischen Staatsarchiv München die Kopien seiner Unterlagen sowie Dr. Bernhard Pinzger, der – seinerzeitige – Leiter der Römischen Abteilung des Landesmuseums Wiesbaden, Kopien der Ortsakten vom Braubach und Friedrichssegen sowie von Bodewigs Briefen an die Museumsleitung.

Wie die angefragten Stadtarchive Wuppertal (-Barmen), Remscheid, Bünde und Wermelskirchen Unterlagen überließen, so stellte auch das Archiv des Bergischen Vereins Material zur Verfügung, die es ermöglichten, eine halbwegs passable Biographie zu verfassen. Hier sei dem Archivar des Vereins, Herrn Buse, herzlich gedankt, der vor Ort für mich recherchierte. Michael Koelges MA vom Koblenzer Stadtarchiv war behilflich mit dem Zugriff auf alte Zeitschriften, Hinweisen für das Personenregister und bei der Recherche im Nachlass Dr. Fritz Michel, der wertvolle Hinweise für Bodewigs Biographie und sein Werk enthielt.

Meinem Kollegen Gottfried Pahl, Oberbibliotheksrat an der Rheinischen Landesbibliothek, danke ich für ständige ideelle Begleitung und manch wertvollen Rat, vor allem bei der Erstellung der Register und der Bibliographie.

All diese gern gewährten Hilfestellungen waren verbunden sowohl mit fachwissenschaftlichen Ratschlägen als auch – z. T. expressis verbis – mit Ermunterung zur weiteren Arbeit. All den genannten Institutionen und Personen sei von Herzen gedankt.

Erneut will und muss ich meinem Freund Rudolf Kring und seinem Sohn Martin (Satz-Studio) danken, ohne deren fachlichen Rat, konkrete Hilfen und gute geschäftliche Beziehungen auch dieser Band nicht gelungen wäre. Für das sicherlich nicht leichte Korrekturlesen ein herzlicher Dank auch an meinen Stellvertreter Wolfgang David und Isolde Kring.

Der Stiftung ‚Initiative und Leistung’ der Nassauischen Sparkasse hat in Anerkennung erbrachter Leistung konsequent wieder einen namhaften Betrag zur Verfügung gestellt, ohne den auch dieser Band wohl kaum hätte erschienen können. Hierfür sei sowohl namens des Vereins als auch ganz persönlich herzlich gedankt!

Zuletzt, aber nicht an letzter Stelle, danke ich meiner lieben Frau Ursula dafür, dass sie – wie bei Band I - wieder soviel Geduld und Verständnis dafür aufbrachte, dass ich so viele Abende, Wochenenden und Urlaubstage am Computer im Arbeitszimmer verbrachte.

Lahnstein, im Dezember 2004

Hans G. Kuhn

Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V.


P.S.:
Die zeitliche Parallelität des nahezu sensationellen Auftauchens der Aktenfunde im Stadtarchiv und der begrüßenswerten Änderung des politischen Willens zur Wiedereinrichtung des ehemaligen Bodewig-Museums ist ambivalent. Einerseits gewann dieser Band wesentlich an Substanz; andererseits haben die zeitgleich mit seiner Fertigstellung laufenden konzeptionellen und planerischen Vorbereitungen für ein ‚Museum für Vor- und Frühgeschichte des Rhein-Lahn-Kreises für das Gebiet zwischen Rhein und Limes’ seine Herausgabe verzögert.

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü