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Wachau 2012

Vereinschronik > Reiseberichte

Studienreise ins "Welterbe Wachau".

Den Text des Berichts finden Sie hier:


hier das Programm
der Reise:

 

Unser Reisebericht in der Presse

f in der Rhein-Lahn-Zeitung                                                                   

im Rhein-Lahn-Kurier g

Mit einer Studienreise in die Wachau schloss der Lahnsteiner Altertumsverein seine kleine Reiseserie „Flusstäler als Welterbe". Das heimische Obere Mittelrheintal war mit Bus und Schiff erkundet worden, 2010 das Val de Loire. Unter der Leitung von Hans G. Kuhn, dem Vorsitzenden des Altertumsvereins, erlebten 38 Teilnehmer eine gleichermaßen interessante wie schöne Reise, bei der Petrus den Lahnsteiner Reisenden - wie immer - hold war.

Neben den touristischen Highlights lenkte Kuhn stets das Augenmerk auf die Parallelen und Unterschiede zu den beiden anderen Welterbe-Flusstälern, die sich allein schon in der Länge unterscheiden.

Die Wachau ist Teil des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich, das sich als „Land der Burgen und Schlösser" bezeichnet. Tatsächlich befindet sich hier eine große Zahl von Wehr- und Prachtbauten vergangener Zeiten. Ein Vergleich mit dem Unterlauf der Loire drängt sich auf.
Ein Vergleich mit dem Oberen Mittelrheintal ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen: An den Hängen liegen sonnenverwöhnte Weinterrassen, in mühevoller Arbeit errichtet und erhalten. . . . Burgen und Ruinen, prachtvollen Ansichten und Aussichten begeistern Gäste aus aller Welt.

 

Die Wachau, das ist der Donauabschnitt zwischen Melk und Krems oder - um es an den kulturhistorisch bedeutendsten Merkmalen festzumachen - zwischen den Benediktinerstiften Melk und Göttweig bzw. der Altstadt von Krems, die alle drei ausdrücklich zum Welterbe gehören.
Nachdem sie bereits 1955 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden war, wurde der Wachau 1994 das Naturschutzdiplom des Europarats verliehen. Zu den Auflagen zählten vor allem der völlige Verzicht auf Stauanlagen und die Erhaltung der Weinterrassenlandschaften. Dies fand seinen Niederschlag auch in der Begründung der UNESCO für die Aufnahme der Wachau in die Welterbe-Liste im Jahr 2000: „Die Wachau ist ein herausragendes Beispiel einer von Bergen umgebenen Flusslandschaft, in der sich materielle Zeugnisse ihrer langen historischen Entwicklung in erstaunlich hohem Ausmaß erhalten haben."


Ein Besuch in der Winzergenossenschaft „Winzer Krems - Sandgrube 13" vermittelte den Reiseteilnehmern die Besonderheiten der Wachauer Weine. Nach ein der Verkostung einiger Weine wurden etliche Flaschen davon sowie Marmelade, Brand und Likör der Wachauer Marille als Mitbringsel in den Bus verladen.

In der Wachau besteht ein wesentlicher Unterschied zu den beiden Schwestertälern Loire und Mittelrhein: Hier ging die Welterbe-Initiative auf eine Bürgerbewegung zurück, die sich bereits vor 40 Jahren formierte. Damals ging es um die Verhinderung eines Donaukraftwerks, das mit einem Anstauen der Donau und dem Bau vom mehrere Meter hohen Dämmen verbunden gewesen wäre – quasi der Vernichtung all dessen, was die Wachau heute so sehens- und erlebenswert macht. Ziel war es, die Wachau als eine lebendige Weinbaulandschaft an einem frei fließenden Strom zu bewahren. Der Geist dieser Bürgerplattform ist weiterhin lebendig. Die Protestorganisation von einst, der  ‚AK Wachau’, koordiniert heute die Interessen der 13 Wachaugemeinden (Aggsbach, Bergern, Dürnstein, Emmersdorf, Maria Laach, Mühldorf, Krems, Mautern, Rossatz-Arnsdorf, Schönbühel-Aggsbach Spitz, Melk und Weißenkirchen mit insgesamt 34.000 Einwohnern) in Sachen Naturschutz, Orts- und Landschaftsbildschutz, Touristische Strategieentwicklung, Touristische Angebotsentwicklung, Welterbevermittlung und Bewusstseinsbildung.

Wie der Rhein sich seinen Weg durch das Rheinische Schiefergebirge ‚gefräst’ hat, so ist die Donau durch den südöstlichen Teil des Böhmischen Massivs durchgebrochen und hat 30 km langes enges Felsental eingeschnitten: nördlich das Waldviertel und der Spitzer Graben sowie weiter östlich das Weinviertel, südlich das Mostviertel mit dem Dunkelsteinerwald. Diese geomorphologische Besonderheit hat auch dazu geführt, dass in der Wachau ein ganz besonderes Mikroklima herrscht. Für die Wärme sorgen - wie im Mittelrheintal - der Fluss und der Schiefer – Voraussetzung für den Anbau exzellenter Weine.

Flusstäler sind stets alte Verkehrsadern. Die hiermit verbundene Problematik ist nahezu schmerzlich vom Oberen Mittelrheintal bekannt: Lärmbelastung durch die Eisenbahn, hohes Verkehrsaufkommen und Behinderung des Verkehrsflusses durch erforderliche Flussquerungen. Auch die Wachau ist erschlossen durch zwei Bundesstraßen links und rechts der Donau, die allerdings lange nicht so stark befahren sind wie die heimischen B9 und B42. Der gut ausgebaute Radweg durch die Wachau ist Teil des stark frequentierten Donau-Radwegs. Da es auf dem 35 km Wachau-Abschnitt keine Brücken (!!!) über die Donau gibt, ist der Kfz-Verkehr auf die beiden (motorlosen!!!) Rollfähren Spitz - Arnsdorf und Weißenkirchen - Sankt Lorenz angewiesen. Für Personen und deren Fahrräder gibt es außerdem die Fähre Dürnstein/Rossatzbach.



Ein Tagesausflug in die Donaumetropole Wien darf nicht fehlen:


Sie Stadt Wien wirbt mit ihrem Sohn Friedensreich Hundertwasser (1928-2000).

Die Säulen kommen uns bekannt vor: Gefertigt in Bad Ems im Keramikbetrieb Ebinger!


Parallelen zum Mittelrheingebiet sind neben dem Wein auch bei Flora und Fauna zu beobahcten. Hier gedeihen seltene Orchideen, wie z. B. die Ochsenriemenzunge, die man auch am Südhang des Schlierbachtals findet, und die Smaragdeidechse, die im NSG Koppelstein heimisch ist.
Wie Mittelrhein und Loire, so ist auch die Donau über Jahrhunderte eine Grenze gewesen, zu deren Sicherung Burgen gebaut wurden. Die Lahnsteiner Reisegruppe besuchte die Burgruinen Aggstein und Dürnstein, die Schlösser Schallaburg und Artstetten sowie die beiden Klöster bzw. Stifte Melk und Göttweig.


Dass man beim Tourismus nicht allein auf althergebrachte Ziele wie Burgen, Schlösser und Klöster setzen kann, hat sich in der Wachau durchgesetzt. Hier sichert man den Aufschwung durch konsequenten Einsatz der regionalen Besonderheiten: Wein, regionale Kochkultur und natürlich die Marille (Aprikose). Dies harmoniert mit dem Ende des 20. Jh. aufgekommenen Wander- und Radtourismus. Dabei gibt es eine weitere Parallele zum Rheinsteig im Mittelrheintal: Der 180 km lange ‚Welterbesteig Wachau’. Er verbindet auf historischen Pfaden die 13 Gemeinden des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau.



Nach einer Tagestour in die Donaumetropole Wien klang die Reise aus mit einem Abendessen in einem Heurigenrestaurant, wo zu einem typischen Wachauer Winzer-Buffet die köstlichen Wachauer Weine getrunken wurden: Grüner und Roter Veltliner, Blauer Zweigelt, Rosé Zweigelt und Riesling.



Dass die Wachau überhaupt über die Grenzen hinaus bekannt wurde, verdankt sie dem Lied vom „Mariandl aus dem Wachauer Landl" aus dem Film „Der Hofrat Geiger" (1947). Diese Film (DVD) wurde auf der Rückfahrt als Reiseausklang im Bus vorgeführt.
Mit dem herzlichen Dank an „Reiseleiter" Hans G. Kuhn durch Vorstandsmitglied Georg Eberle endete die Reise glücklich wieder in Lahnstein.

 
 
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